Blog von Carsten Schöne

CORAX – Magazin für Kinder- und Jugendarbeit

Aktuelle Informationen aus der CORAX-Redaktion

Die „pragmatische Generation“

Zur Shell-Jugendstudie 2015

Im Oktober erschien die 17. „Shell-Jugendstudie“, die erneut Haltungen, Wertorientierungen, Freizeitverhalten und Zukunftsperspektiven junger Menschen erfragte. Das Mineralölunternehmen beauftragte unabhängige Forschungseinrichtungen mit der Erstellung der Studie, der bundesweite Befragungen von reichlich 2.500 jungen Menschen zwischen 12 und 25 Jahren zu Grunde liegen. Weiterlesen

CDU und SPD stellen Koalitionsvertrag für Sachsen vor

Am Vormittag haben Stanislaw Tillich (CDU) und Martin Dulig (SPD) den zwischen beiden Parteien ausgehandelten Koalitionsvertrag vorgestellt. Unter dem Titel “Sachsens Zukunft gestalten” legt die designierte neue Regierungskoalition ein Programm vor, das nach den Worten Tillichs im Interesse der sächsischen Bevölkerung vom “Mut zur Veränderung” geprägt ist. So sind zahlreiche sozial- und bildungspolitische Maßnahmen sowie eine veränderte Wirtschaftsförderung erkennbare Bestandteile des Vertrages. Wie Tillich hervorhob, stehen die Familien im Mittelpunkt der Programmatik, die in Sachsen “eine gute Heimat” finden sollen.

 

Nachfolgend sollen als Überblick einige Elemente exemplarisch herausgestellt werden:

Beide Parteien versprachen im Wahlkampf eine deutliche Verbesserung der Betreuungsqualität in Sachsen Kindertageseinrichtungen. Mit einer schrittweisen Anpassung des so genannten Betreuungsschlüssels in der Kindergärten auf perspektivisch 1:12 und in Kinderkrippen auf 1:5 soll dem Bedarf an einer qualitativ verbesserten Kindertagesbetreuung Rechnung getragen werden. Die Anpassung erfolgt in folgenden Schritten:

  • Kindergarten: ab 01.09.2015 1:12,5 / ab 01.09.2016 1:12
  • Kinderkrippe: ab 01.09.2017 1:5,5 / ab 01.09.2018 1:5

Hierzu ergänzte Dulig, dass der Freistaat hierfür auch die finanzielle Verantwortung übernehmen wird, das heißt, der Freistaat übernimmt die entstehenden Mehrkosten.

 

Die so genannte Jugendpauschale wird ebenfalls angehoben, sie steigt von derzeit 10,40 Euro ab 2015 auf 12,40 Euro. Hierbei handelt es sich um eine Pro-Kopf-Pauschale bezogen auf die Kinder und Jugendlichen. Die Jugendpauschale ist eine Pro-Kopf-Zuweisung des Freistaates an die Kommunen, denen somit eine höhere Zuwendung für die Finanzierung der offenen Kinder-, Jugend- und Familienarbeit sowie der Jugendverbandsarbeit und der Jugendbildung erhalten. Auch an der Fördersystematik soll sich etwas ändern, wie nachfolgender Passage aus dem vertrag zu entnehmen ist:  “Im Bereich des Sozialministeriums werden wir bis Ende 2016 die bestehenden Förderrichtlinien überprüfen und gegebenenfalls überarbeiten. Ziel ist es, den Anteil der jährlichen Projektförderung zu senken und mehrjährige Förderungen als Regelförderung zu etablieren. Wir werden prüfen, inwieweit der für eine Förderung notwendige Eigenanteil der Träger verringert werden kann. Wir werden darauf hinwirken, dass eine Förderung ohne zeitlich bedingte Finanzierungslücken aufgrund von Jahresübergängen sichergestellt wird und sich die Arbeitsbedingungen in der Sozialen Arbeit weiter verbessern.”

 

Im Bereich der Bildung ist ein deutlicher Schwerpunkt auf die Qualifizierung der Hochschullandschaft in Sachsen erkennbar. So sollen die Pläne zum Abbau von mehr als 750 Stellen in sächsischen Hochschulen umgehend gestoppt werden und gleichzeitig eine Reduzierung der Anzahl der Studierenden an sächsischen Hochschulen von derzeit 106.000 auf dann 95.000 Studierende erfolgen. Hiervon verspicht man sich eine Verbesserung der Studier- und Betreuungsqualität.

In den allgemeinbildenden Schulen sollen künftig alle ausscheidenden Lehrkräfte ersetzt werden, der Koalitionsvertrag sieht die Einstellung von 6.100 neuen Lehrkräften bis 2019 vor. Schülerinnen, Schüler und Auszubildende sollen künftig ein so genanntes “Bildungsticket” erhalten, das kostengünstig und sachsenweit gültig sein soll. Hierzu will die künftige Regierung bis Ende 2015 eine Vereinbarung mit den Landkreisen und kreisfreien Städten verhandeln.

 

Dem ansteigenden Drogenkonsum insbesondere der Droge “Crystal Meth” will die Koalition einerseits auch weiterhin ordnungsrechtlich begegnen, andererseits sollen auch Beratungs- und Präventionsprojekte personell besser ausgestattet werden.

 

Den neuen Herausforderungen im Bereich der Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern will sich die Koalition einerseits mit einer verbesserten Willkommenskultur und einer Aufwertung des bisherigen Ausländerbeauftragten zu einem “Migrations- und Integrationsbeauftragten” sowie durch die Bereitstellung von Investitionsmitteln stellen. Eine besondere Unterstützung sollen hier Migrantenselbsthilfeorganisationen sowie die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements erfahren. Der Freistaat will sich beim Bund für eine erhöhte Betreuungspauschale für die Flüchtlinge und Asylbewerber engagieren. Das Programm “Weltoffenes Sachsen” soll im Sinne der Ausgestaltung einer demokratischen Zivilgesellschaft weiterentwickelt und finanziell besser ausgestattet werden.

 

Im Bereich der Wirtschaft sollen Maßnahmen zur Absicherung des Fachkräftebedarfes entwickelt werden, die insbesondere durch entsprechende Bildungsangebote sowie die Integration Langzeitarbeitslosen sowie von ausbildungs- und arbeitslosen Jugendlichen praktische Ausgestaltung finden sollen. Eine optimierte Wirtschaftsförderung soll eine zukunftsfähige mittelständige Wirtschaft in Sachsen unterstützen und künftig auch für die sich in Sachsen zunehmend etablierende Kreativwirtschaft wirksam werden.

 

In den nächsten Tagen werden sich die Parteigremien mit dem Koalitionspapier auseinandersetzen, der Vertragsabschluss soll bis 10.11.2014 erfolgen. Wie Stanislaw Tillich betonte, sei die Finanzierung der zusätzlichen Maßnahmen möglich, diese werde nicht zu Lasten anderer Bereiche umgesetzt.

 

Die CORAX-Redaktion wird sich in den nächsten Ausgaben intensiver mit dem Koalitionsvertrag auseinandersetzen und berichten.

 

Den Koalitionsvertrag gibt es hier als Download.

 

Carsten Schöne

Redaktion CORAX – Magazin für Kinder- und Jugendarbeit

Kinder- und Jugendpolitisches Papier sächsischer Landkreise

Wappen des Freistaates SachsenEnine Finanzpolitische Initiative im Gewande eines “Kinder- und Jugendpolitischen Papiers”

Mit einem „Kinder- und Jugendpolitischen Papier“ macht der Sächsische Landkreistag auf strukturelle und finanzielle Probleme bei der Wahrnehmung der Aufgaben in der Jugendhilfe aufmerksam. In erster Linie mahnen die Landkreise ein stärkeres Engagement des Freistaates in den Landkreisen an, die sich offenbar zunehmend weniger in der Lage sehen, die finanzielle Last weitgehend allein zu schultern. Weiterlesen

“Sie hat sich stets sehr bemüht” – ein Nachruf auf Kristina Schröder

Bundesministerin (a. D.) Kristina Schröder,  Bildquelle: BMFSFJ

Bundesministerin (a. D.) Kristina Schröder,
Bildquelle: BMFSFJ

Als Kristina Schröder 2009 von der Bundeskanzlerin auf den Chefsessel im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gehievt wurde, war sie thematisch im eigenen Lebenslauf angekommen. Die Jugend hatte die damals 32jährige Soziologin und promovierte Politikwissenschaftlerin  bereits hinter sich, eine Frau war sie selbst, Familiengründung stand noch auf der persönlichen Agenda und Senioren kannte sie aus der Nachbarschaft. Weiterlesen

Der aktuelle CORAX: Jugendarbeit im ländlichen Raum

Cover CORAX 1-2014

Cover CORAX 1-2014

Der CORAX – das Magazin der Kinder- und Jugendhilfe in Sachsenbefasst sich in der aktuellen Ausgabe mit “Jugendarbeit im ländlichen Raum”.
Auszug aus dem Editorial: Unsere Gesellschaft wird nicht nur insgesamt weniger und älter. Im nicht-metropolitanen Raum außerhalb der Ballungszentren verändert sich die Zusammensetzung der Gesellschaft besonders signifikant: der Jugendüberschuss bei den Alterskohorten von 20 bis 35 Jahren von Dresden-Leipzig-Chemnitz gegenüber den anderen Räumen Sachsens beträgt volle 50 Prozent. Das heißt im Umkehrschluss jedoch auch: Es gibt sie (noch), die jungen Menschen auf dem Land. Die Problematiken der Jugendarbeit im ländlichen Raum sind oft und zunehmend thematisiert worden – auch wir vom CORAX haben uns dessen bereits mehrfach angenommen. Die strukturellen Probleme und die daraus resultierenden Herausforderungen sind jedoch kein ureigens sächsisches Phänomen und so kam es, dass wir uns ein bisschen umgeschaut haben in der weiteren Nachbarschaft und sind dabei auf ein interessantes Projekt in der Schweiz gestoßen. Dort ist, wir Deutschen wissen das, sehr sehr vieles völlig anders geregelt – angefangen bei den fehlenden internationalen Bündnisverpflichtungen bis hin zu den fiskalpolitischen Lösungen für die Schweizer Bürgerinnen und Bürger. Doch auch in der Schweiz – und vielleicht gerade dort – gibt es sehr viele junge Menschen, die in ländlichen oder suburbanen Räumen aufwachsen. Wir baten daher Schweizer Kolleginnen und Kollegen um eine dezidierte Darstellung ihrer Herangehensweise, von der Planung über die Bedarfseruierung bis hin zur Durchführung bei dem Vorhaben der Etablierung eines gemeinschaftlichen Angebotes mehrerer Gemeinden für eine Offene Jugendarbeit im Kanton Aargau (S. 29 ff.).
Wie fast in jedem Jahr liegt auch diesmal ein recht ereignisreicher Herbst für die Jugendhilfe Sachsens hinter uns und so nimmt die Berichterstattung über viele wichtige Ereignisse der letzten Wochen einen großen Platz im vorliegenden Heft ein.

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:

  • Kolumne: Landlust: Jugendarbeit, wo andere Urlaub machen – der ländliche Raum (David Schmidt)
  • Offene Jugendarbeit in ländlichen Gemeinden: Von der Bedarfserhebung zum Rahmenkonzept (Renate Gutmann, Prof. Dr. Stefan Schnurr, Tomas Horak)
  • … denn die Herausforderungen im ländlichen Raum sind geblieben. (Christian Hager)
  • Engagiert für die Rechte junger Menschen: Ombudschaft und Beschwerde in der Jugendhilfe (Björn Redmann)
  • Haasenburg: Lädt Geschlossenheit zur Misshandlung ein? (Björn Redmann)
  • Echte Teilhabe beginnt, wo bloße Teilnahme aufhört (Enrico Damme)
  • Projekt Heimspiel (Michael Kittler, Julia Wieland, Sarah Blume)
  • Partizipation ist keine Frage des Alters (Tobias Heinemann, Ellen Unger)
  • “Sie hat sich stets sehr bemüht” – Nachruf auf Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder (Carsten Schöne)

Das aktuelle Heft kann als Probenummer oder Einzelexemplar bestellt werden beim Herausgeber “Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen e. V. (AGJF)”, Neefestraße 82, 09119, E-Mail: redaktion@corax-magazin.de

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