Eingangs der Sitzung begrüßte Oberbürgermeister Dirk Hilbert Amara Krenz als neues Mitglied im Jugendhilfeausschuss, sie folgt auf die ausgeschiedene Anett Dahl vom Stadtjugendring Dresden. Hilbert bedankte sich für die jahrelange Mitwirkung und das Engagement Anett Dahls für die Belange junger Menschen im Jugendhilfeausschuss.

Anschließend erfolgte die Wahl von Amara Krenz in den Unterausschuss Förderung, den Platz hatte zuvor Anett Dahl inne.

In der Informations- und Fragerunde entstand eine längere Debatte zur Umsetzung der „Jugendfragestunde“, die erstmals in der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses stattgefunden hatte. Dort hatten mehrere junge Menschen sie betreffende Anliegen vorgetragen, so zur Schließung des Kindertreffs „Moosmutzelhaus“ oder zu den Annexleistungen in der stationären Jugendhilfe. Bereits im Anschluss an die Sitzung waren kritische Stimmen zur Umsetzung laut geworden, die in der gestrigen Diskussion erneut vorgetragen wurden. Bürgermeister Jan Donhauser kündigte an, ein geeignetes Verfahren für die Fragestunde vorschlagen zu wollen. Die Meinungen der Ausschussmitglieder gingen dabei weit auseinander, vom vollständigen Verzicht auf die Fragestunde bis hin zum Ausbau von Beteiligungsformaten, auch im Kontext des § 4a SGB VIII. Während Positionen, die das Kindeswohl in Frage stellten, geäußert wurden, wurde auch die Erwartung in den Raum gestellt, dass man eben auch emotionale Vorträge junger Menschen in der Fragestunde aushalten müsste. Der Forderung, dass es einer Mandatierung der Fragestellenden bedürfe, wurde widersprochen. Mehrere Ausschussmitglieder erklärten ihre Bereitschaft, an der Entwicklung des von Donhauser angekündigten Rahmens für die Fragestunde mitzuwirken.

Jugendamtsleiterin Sylvia Lemm informierte zum Fortbestand der Koordinierungsstelle „schulische Inklusion“, die auch nach dem Wechsel der Eingliederungsleistungen für junge Menschen vom Sozial- ins Jugendamt weiterhin in der Zuständigkeit des Sozialamtes verbleibt.

Die Vorsitzenden der Unterausschüsse haben einen Antrag zur Feststellung des Haushaltsbedarfs im nächsten Doppelhaushalt eingereicht. Auf diese Weise soll der Jugendhilfeausschuss bereits im Vorfeld der Erstellung der Haushaltsvorlage beteiligt werden.

Carsten Schöne übte erneut deutliche Kritik an auch weiterhin ausstehenden Zahlungen des Jugendamtes an Träger im Bereich der Erziehungshilfen. Bereits im Dezember hatte er hohe Außenstände kritisiert, die allerdings immer noch nicht vollständig abgebaut werden konnten. „Die pünktliche und vollständige Bezahlung der Gehälter der Fachkräfte bei freien Trägern darf nicht von internen Prozessen der Stadtverwaltung oder vom Krankenstand im Jugendamt abhängig sein“, so Schöne. Die Jugendamtsleiterin versprach Besserungen, auch durch eine Prozessoptimierung im Jugendamt etwa durch elektronische Aktenführung.

Im weiteren Sitzungsverlauf gab der Ausschuss jeweils mehrheitlich zwei Projektförderungen nach der Stadtbezirksförderrichtlinie in Pieschen und Cotta seine Zustimmung, auch die Planungsberichte für die Außerschulische Jugendbildung und den Stadtraum Altstadt wurden bestätigt. In erster Lesung wurde der Planungsbericht für Cotta und angrenzende Stadtteile eingebracht.

Die nächste reguläre Sitzung des Jugendhilfeausschusses findet am 12.03.2026 statt.

Hinweis: Die Informationen zu Beschlüssen stehen unter dem Vorbehalt der Erlangung der Rechtskraft der Beschlüsse. Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um eine persönliche Wiedergabe der Ausschusssitzung, die durch meine Mitgliedschaft in diesem Gremium durchaus subjektive Betrachtungen enthalten kann und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Ich bitte um Verständnis. Alle öffentlichen Vorlagen und Anträge finden Sie im Ratsinformationssystem der Stadt Dresden unter www.ratsinfo.dresden.de.

Carsten Schöne