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Blog von Carsten Schöne

Tag Archives: Politik

01.10.2015: Jugendhilfeausschuss gibt grünes Licht für „Pixel“ – Neubau

Der Jugendhilfeausschuss hat gestern den Ersatzneubau für das Kinder- und Jugendhaus „Pixel“ mit einem Investitionsvolumen von 1,6 Millionen Euro beschlossen, der Beschluss braucht nun noch die Bestätigung des Finanzausschusses. Das alte asbestbelastete Gebäude des „Pixel“ wird abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Gleichzeitig wird die Stadt aufgefordert, die ergangene Kündigung für den benachbarten Abenteuerspielplatz zurückzunehmen und eine Betreibung des Platzes auch während der Bauzeit weitgehend zu ermöglichen. Hierfür wiederum ist die Verlegung von Medienanschlüssen erforderlich, die nach einer Verwaltungsvorlage als Investitionsförderung durch den Träger Diakonisches Werk umgesetzt werden sollten. Ein eingebrachter Änderungsantrag beauftragt nunmehr den Oberbürgermeister zu einer rechtlichen Prüfung, ob diese Baumaßnahme nicht von der Eigentümerin zu finanzieren wäre. Die Liegenschaft befindet sich im Eigentum der Landeshauptstadt Dresden. Für den Fall der Feststellung einer Finanzierungsverantwortung des Liegenschaftsamtes soll der Investitionsbetrag aus dessen Haushalt aufgebracht werden. Der Jugendhilfeausschuss eine Prioritätenliste für weitere Baumaßnahmen an 14 Standorten der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit einem Gesamtvolumen rund 200.000 Euro. Auch für Kindertageseinrichtungen vergab der Jugendhilfeausschuss Investitionsmittel mit einem Volumen von rund 492.000 Euro.

Eingangs der Sitzung hatte sich die neue Sozialbürgermeisterin, Dr. Kris Kaufmann vorgestellt, die seit 01.10.2015 im Amt ist.

Die Steuergruppe zur Jugendhilfeplanung berichtete zur weiteren Ausgestaltung der Planungsprozesse. So werden nach den bevorstehenden Herbstferien die ersten Planungskonferenzen durchgeführt. Für die stadtweiten Angebote werden ebenfalls Planungskonferenzen durchgeführt, für die Jugendverbandsarbeit bzw. die Arbeit der Dachorganisationen sind diese nicht vorgesehen, hier wird noch nach einer geeigneten Methode gesucht. In der Steuergruppe stehen darüber hinaus personelle Veränderungen an, die beiden Vertreterinnen aus dem Geschäftsbereich Soziales stehen nicht mehr zur Verfügung. Im Sachgebiet Jugendhilfeplanung wurde unterdessen eine Sachbearbeiterstelle besetzt, Sylvia Queißer ist fortan für den Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit zuständig. Die Stelle des Jugendhilfeplaners soll zum 01.01.2016 besetzt werden. Zur Fortschreibung des im kommenden Jahr aktuellen Teilfachplans soll der Ausschuss in Kürze einen Zeitplan vorgelegt bekommen.

Zum Thema Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Ausländer (umA) informierte Jugendamtsleiter Claus Lippmann, dass man mit etwa 200 bis 300 jungen Menschen rechnet. Lippmann bat die freien Träger der Jugendhilfe unabhängig vom bereits durchgeführten Interessenbekundungsverfahren um Angebote zur weiterführenden Betreuung der umA. Angebote können fortlaufend bis zum 01.11.2015 dem Jugendamt unterbreitet werden. Christoph Stolte verwies auf die Schwierigkeiten freier Träger, geeignete Wohnungen und Objekte zur Einrichtung von Wohngemeinschaften im Stadtgebiet zu finden. Lippmann verwies auf einen weiteren Bedarf an stationären Einrichtungen in Dresden, da sich die Unterbringung Jugendlicher in anderen Landkreisen und Bundesländern zunehmend schwierig gestaltet. Die in Aussicht gestellte Beschlussvorlage für die von der Stadtverwaltung geplante zentrale Unterbringungs- und Betreuungseinrichtung soll der Jugendhilfeausschuss in seiner nächsten Sitzung beraten.

Sabine Bibas berichtete von der Verhandlung am Oberverwaltungsgericht, das die Rechtmäßigkeit der Ausübung hoheitlicher Aufgaben im Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen zu prüfen hatte. Das Gericht bestätigte die Auffassung der Landesdirektion, dass zwar die Betreibung von Kindertageseinrichtungen in einer solchen Eigenbetriebsstruktur möglich sei, jedoch die Wahrnehmung von hoheitlichen Aufgaben wie Jugendhilfeplanung und Förderung freier Träger nur durch die zuständige Behörde erfolgen darf. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zum Tarifabschluss im Sozial- und Erziehungsdienst erläuterte Bibas, dass in 2015 etwa 3 Millionen und 2016 etwa 7 Millionen Euro an zusätzlichen Personalkosten im Kita-Bereich anfallen werden.

Ein weiterer Beschluss sichert die Fortführung der bislang von einem privaten Träger betriebenen Kita in der Loschwitzer Straße. Für die Einrichtung wird ein neuer Träger gesucht, hierfür wird das bekannte Ausschreibungs- und Auswahlverfahren zur Anwendung gebracht, anschließend erfolgt die Aufnahme in den Bedarfsplan. Bis dahin wird die Einrichtung in der bisherigen Form mit städtischen Zuschüssen vom derzeitigen Träger weitergeführt.

Der Träger des Hortes der freien Alternativschule bekommt nach gestrigem Beschluss eine Erhöhung der Personal- und Sachkosten. Träger und Stadt hatten sich nicht über eine neue Betriebsvereinbarung einigen können, daher musste nun der Jugendhilfeausschuss über die Abweichung der Kosten befinden. Grundlage hierfür bildet der Beschluss zu den neuen Betriebsvereinbarungen, der ein solches Vorgehen bei Nichtzustandekommen einer Vereinbarung regelt.

Im Stadtteil Oberwartha soll in der Max-Schwan-Straße 1 in einem Mietobjekt eine neue Kita eingerichtet werden, die Betreibung durch einen freien Träger wird in Kürze ausgeschrieben.

Weitere Tagesordnungspunkte wurden vertagt bzw. in die Unterausschüsse verwiesen.

Die nächste Beratung des Jugendhilfeausschusses findet am 05.11.2015 statt.

PS: Da ich selbst an der Ausschusssitzung nicht teilnahm, stützt sich dieser Beitrag auf Informationen von meinem Stellvertreter im Jugendhilfeausschuss, Daniel Wendt. Herzlichen Dank hierfür.

Hinweis: Die Informationen zu Beschlüssen stehen unter dem Vorbehalt der Erlangung der Rechtskraft der Beschlüsse. Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um eine persönliche Wiedergabe der Ausschusssitzung, die durch meine Mitgliedschaft in diesem Gremium durchaus subjektive Betrachtungen enthalten kann und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Ich bitte um Verständnis.

Redaktion: Carsten Schöne

 

Die Tagesordnung im Überblick:

  1. Kontrolle der Niederschrift vom 20. August 2015 und vom 2. September 2015
  2. Informationen/Fragestunde
    – Bericht Steuerungsgruppe
  3. Aufnahme der Kindertageseinrichtung Loschwitzer Straße 23 in den Bedarfsplan der Landeshauptstadt Dresden unter der Trägerschaft der BEB Dienstleistung GmbH Dresden-Mitte (V0341/15)
  4. Jugendhilfeplanung – Implementierung Stadtraumteams (V0521/15)
  5. Anerkennung und Bewilligung von zusätzlichen Zuschüssen zur Betreibung des Hortes des Trägers Freie Alternativschule e. V. für das Haushaltsjahr 2015 (V0531/15)
  6. Anmietung einer neu zu schaffenden Kindertageseinrichtung nach Umbau und Sanierung des Gebäudebestandes auf einer Teilfläche der Liegenschaft Max-Schwan-Straße 1 in 01156 Dresden sowie Aufnahme der Kindertageseinrichtung in den Bedarfsplan der Landeshauptstadt Dresden und zur Übertragung an einen Träger der freien Jugendhilfe (V0534/15)
  7. Ersatzneubau Kinder- und Jugendhaus (KJH) „Pixel“ und Abbruch Bestandsgebäude auf der Elsterwerdaer Straße 21, 01239 Dresden (V0545/15)
  8. Förderung von Trägern der freien Jugendhilfe – Prioritätenlisten  von baulichen Maßnahmen bzw. Erhaltungsmaßnahmen 2015 und 2016 (V0567/15)
  9. Vergabe investiver Zuschüsse (Restmittel) für bewegliche Sachen des Anlagevermögens und für bauliche Maßnahmen im Jahr 2015 an Träger der freien Jugendhilfe von Kindertageseinrichtungen (V0594/15)
  10. Leistungsfähige Strukturen des Vormundschaftswesens erhalten (A0093/15)
  11. Kindeswohl in Asyl – Notunterkünften sichern (A0128/15) – 1. Lesung
  12. Ausschreibung zur externen Konzepterstellung im Teilplan „Hilfen zur Erziehung, Eingliederungshilfen und angrenzende Aufgaben“ (A0129/15) – 1. Lesung
  13. Berichte aus den Unterausschüssen
  14. Informationen (nicht öffentlich)

10.09.2015: Jugendhilfeausschuss ermöglicht Fortsetzung der Jugendhilfeplanung in Dresden

Als „Entscheidung zwischen Gift und Galle“ bezeichnete Carsten Schöne die gestrige Beschlussfassung zur Finanzierung der weiteren Jugendhilfeplanungsprozesse in Dresden. Die ursprüngliche Vorlage der Verwaltung sein rechtlich und inhaltlich keine geeignete Grundlage für eine Fortsetzung der Planungskonferenzen gewesen und ein Abbruch der Planungsprozesse nur mit einem eher faulen Kompromiss zu verhindern, so Schöne. Continue Reading

12. Sitzung des Dresdner Jugendhilfeausschusses am 04.06.2015

calendar_04-06-15Eine ausführliche Darstellung des Sozialbürgermeisters Martin Seidel zur Entwicklung der Investitionsvorhaben im Bereich der Kindertagesstätten eröffnete die gestrige Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Anlass der umfangreichen Information ist ein drohendes Defizit in den notwendigen Investitionsvorhaben, die nach Aussagen der Verwaltung ab 2017 die Sicherstellung des Rechtsanspruches auf Kindertagesbetreuung gefährden wird. Continue Reading

11. Sitzung des Dresdner Jugendhilfeausschusses am 21.05.2015

calendar_21-05-15Eine umfangreiche Debatte zur Personalsituation im Jugendamt bestimmte die Informations- und Fragestunde im gestrigen Jugendhilfeausschuss. Den Ausschussmitgliedern waren auf Anfrage Informationen zur Personalsituation des Jugendamtes und daraus resultierenden Problemen in der Erfüllung der vielfältigen Aufgaben zur Verfügung gestellt worden. Continue Reading

8. Sitzung des Dresdner Jugendhilfeausschusses am 12.03.2015

Bildquelle: © pixabay.de

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Die Förderung von Angeboten freier Träger der Jugendhilfe war einziger Gegenstand der gestrigen Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses. Der Ausschuss ermöglicht mit seinen gestrigen Beschlüssen die Fortführung der bislang bestehenden Angebote in der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit sowie in der Jugendverbandsarbeit. Mit dem Beschluss wurden Reduzierungen in der Personalausstattung aus dem Vorjahr zurückgenommen. Gleichzeitig gab der Ausschuss grünes Licht für einzelne neue Angebote und verbesserte für einige Projekte die Personal- und Sachausstattung. Gegenstand des Beschlusses ist ferner die Bildung verschiedener Budgets, über die neben Angeboten der Jugendberufshilfe und der Jugendgerichtshilfe auch weitere neue Maßnahmen sowie Strukturverbesserungen finanziert werden können. Für alle Träger, die eine Zweijahresförderung beantragt haben, besteht nun eine Planungssicherheit für 2015 und 2016, da diese Träger für zwei Jahre gefördert werden. Dies trifft nicht zu für Angebote im Bereich der Jugendverbandsarbeit, die jährlich zu beantragen sind. Continue Reading

7. Jugendhilfeausschusssitzung am 05.03.2015

calendar_05-03-15Eingangs der Beratung des Dresdner Jugendhilfeausschusses informierte Jens Hoffsommer über die Einberufung einer Sondersitzung, in der das Gremium über die Förderung von Angeboten freier Träger der Jugendhilfe in den Jahren 2015 und 2016 befinden wird. Diese findet am 12.03.2015 ab 18.00 Uhr im Dresdner Kulturrathaus statt. Die Sondersitzung sei aus inhaltlichen und juristischen Gründen notwendig, da die Zustellung der erforderlichen Unterlagen nicht fristgerecht für die gestrige Sitzung möglich war. Der Unterausschuss Förderung hatte sich mit den Förderanträgen am 26.03.2015 in einer achtstündigen Beratung befasst, die Fertigstellung der Unterlagen erforderte jedoch einen Zeitaufwand, der eine fristgerechte Ladung nicht ermöglichte. Continue Reading

„Selbstbedienungsladen“ Jugendhilfeausschuss?

Quelle: Sächsische Zeitung

Bildquelle: © pixabay.de

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Die „Sächsische Zeitung“ (SZ) veröffentlichte in Ihrer Ausgabe vom 22.01.2015 eine Kritik der AfD-Fraktion im Dresdner Stadtrat zur Mittelvergabe im Jugendhilfeausschuss. Grundlage des Beitrages bildete offenbar eine Pressemitteilung der AfD-Fraktion. Diese Mitteilung unterstellt den Vertretern freier Träger der Jugendhilfe im Jugendhilfeausschuss eine „Selbstbedienungsmentalität“ und Ausschussmitglied Gordon Engler (AfD) greift einzelne Träger undifferenziert an. Engler stellt gleichzeitig Trägervertreter unter Verdacht, die dem Jugendhilfeausschuss zum Zeitpunkt der Beschlussfassung gar nicht als stimmberechtigtes Mitglied angehört bzw. als stellvertretende Ausschussmitglieder an den Entscheidungen gar nicht mitgewirkt haben (z. B. Kindervereinigung Dresden, Caritas-Verband, Conni e. V.). Continue Reading

3. Sitzung des Dresdner Jugendhilfeausschusses am 27.11.2014

Bildquelle: © pixabay.de

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Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung am 27.11.2014 dem Stadtrat eine deutliche Erhöhung des Förderbudgets für die Kinder-, Jugend- und Familienarbeit empfohlen. Im Rahmen der Haushaltsdebatte verständigte sich der Ausschuss mehrheitlich für eine Aufstockung der bislang rund 13 Millionen Euro um jährlich 3 Millionen Euro. Continue Reading

2. Sitzung des Dresdner Jugendhilfeausschusses am 06.11.2014

Terrassenufer DresdenDer Dresdner Jugendhilfeausschuss wählte in seiner 2. Sitzung der neuen Legislaturperiode die Unterausschüsse. Neben den aus der Vergangenheit bereits bekannten Unterausschüssen „Planung“ und „Kindertagesbetreuung“ gibt es nun nach Änderung der Jugendamtssatzung auch einen Unterausschuss „Hilfen zur Erziehung“. Ein Unterausschuss „Förderung“ ist als dauerhaftes Arbeitsgremium nicht vorgesehen, jedoch besteht die Möglichkeit, einen solchen Unterausschuss als temporäres Gremium im Jugendhilfeausschuss zu wählen. Continue Reading

CDU und SPD stellen Koalitionsvertrag für Sachsen vor

Am Vormittag haben Stanislaw Tillich (CDU) und Martin Dulig (SPD) den zwischen beiden Parteien ausgehandelten Koalitionsvertrag vorgestellt. Unter dem Titel „Sachsens Zukunft gestalten“ legt die designierte neue Regierungskoalition ein Programm vor, das nach den Worten Tillichs im Interesse der sächsischen Bevölkerung vom „Mut zur Veränderung“ geprägt ist. So sind zahlreiche sozial- und bildungspolitische Maßnahmen sowie eine veränderte Wirtschaftsförderung erkennbare Bestandteile des Vertrages. Wie Tillich hervorhob, stehen die Familien im Mittelpunkt der Programmatik, die in Sachsen „eine gute Heimat“ finden sollen.

 

Nachfolgend sollen als Überblick einige Elemente exemplarisch herausgestellt werden:

Beide Parteien versprachen im Wahlkampf eine deutliche Verbesserung der Betreuungsqualität in Sachsen Kindertageseinrichtungen. Mit einer schrittweisen Anpassung des so genannten Betreuungsschlüssels in der Kindergärten auf perspektivisch 1:12 und in Kinderkrippen auf 1:5 soll dem Bedarf an einer qualitativ verbesserten Kindertagesbetreuung Rechnung getragen werden. Die Anpassung erfolgt in folgenden Schritten:

  • Kindergarten: ab 01.09.2015 1:12,5 / ab 01.09.2016 1:12
  • Kinderkrippe: ab 01.09.2017 1:5,5 / ab 01.09.2018 1:5

Hierzu ergänzte Dulig, dass der Freistaat hierfür auch die finanzielle Verantwortung übernehmen wird, das heißt, der Freistaat übernimmt die entstehenden Mehrkosten.

 

Die so genannte Jugendpauschale wird ebenfalls angehoben, sie steigt von derzeit 10,40 Euro ab 2015 auf 12,40 Euro. Hierbei handelt es sich um eine Pro-Kopf-Pauschale bezogen auf die Kinder und Jugendlichen. Die Jugendpauschale ist eine Pro-Kopf-Zuweisung des Freistaates an die Kommunen, denen somit eine höhere Zuwendung für die Finanzierung der offenen Kinder-, Jugend- und Familienarbeit sowie der Jugendverbandsarbeit und der Jugendbildung erhalten. Auch an der Fördersystematik soll sich etwas ändern, wie nachfolgender Passage aus dem vertrag zu entnehmen ist:  „Im Bereich des Sozialministeriums werden wir bis Ende 2016 die bestehenden Förderrichtlinien überprüfen und gegebenenfalls überarbeiten. Ziel ist es, den Anteil der jährlichen Projektförderung zu senken und mehrjährige Förderungen als Regelförderung zu etablieren. Wir werden prüfen, inwieweit der für eine Förderung notwendige Eigenanteil der Träger verringert werden kann. Wir werden darauf hinwirken, dass eine Förderung ohne zeitlich bedingte Finanzierungslücken aufgrund von Jahresübergängen sichergestellt wird und sich die Arbeitsbedingungen in der Sozialen Arbeit weiter verbessern.“

 

Im Bereich der Bildung ist ein deutlicher Schwerpunkt auf die Qualifizierung der Hochschullandschaft in Sachsen erkennbar. So sollen die Pläne zum Abbau von mehr als 750 Stellen in sächsischen Hochschulen umgehend gestoppt werden und gleichzeitig eine Reduzierung der Anzahl der Studierenden an sächsischen Hochschulen von derzeit 106.000 auf dann 95.000 Studierende erfolgen. Hiervon verspicht man sich eine Verbesserung der Studier- und Betreuungsqualität.

In den allgemeinbildenden Schulen sollen künftig alle ausscheidenden Lehrkräfte ersetzt werden, der Koalitionsvertrag sieht die Einstellung von 6.100 neuen Lehrkräften bis 2019 vor. Schülerinnen, Schüler und Auszubildende sollen künftig ein so genanntes „Bildungsticket“ erhalten, das kostengünstig und sachsenweit gültig sein soll. Hierzu will die künftige Regierung bis Ende 2015 eine Vereinbarung mit den Landkreisen und kreisfreien Städten verhandeln.

 

Dem ansteigenden Drogenkonsum insbesondere der Droge „Crystal Meth“ will die Koalition einerseits auch weiterhin ordnungsrechtlich begegnen, andererseits sollen auch Beratungs- und Präventionsprojekte personell besser ausgestattet werden.

 

Den neuen Herausforderungen im Bereich der Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern will sich die Koalition einerseits mit einer verbesserten Willkommenskultur und einer Aufwertung des bisherigen Ausländerbeauftragten zu einem „Migrations- und Integrationsbeauftragten“ sowie durch die Bereitstellung von Investitionsmitteln stellen. Eine besondere Unterstützung sollen hier Migrantenselbsthilfeorganisationen sowie die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements erfahren. Der Freistaat will sich beim Bund für eine erhöhte Betreuungspauschale für die Flüchtlinge und Asylbewerber engagieren. Das Programm „Weltoffenes Sachsen“ soll im Sinne der Ausgestaltung einer demokratischen Zivilgesellschaft weiterentwickelt und finanziell besser ausgestattet werden.

 

Im Bereich der Wirtschaft sollen Maßnahmen zur Absicherung des Fachkräftebedarfes entwickelt werden, die insbesondere durch entsprechende Bildungsangebote sowie die Integration Langzeitarbeitslosen sowie von ausbildungs- und arbeitslosen Jugendlichen praktische Ausgestaltung finden sollen. Eine optimierte Wirtschaftsförderung soll eine zukunftsfähige mittelständige Wirtschaft in Sachsen unterstützen und künftig auch für die sich in Sachsen zunehmend etablierende Kreativwirtschaft wirksam werden.

 

In den nächsten Tagen werden sich die Parteigremien mit dem Koalitionspapier auseinandersetzen, der Vertragsabschluss soll bis 10.11.2014 erfolgen. Wie Stanislaw Tillich betonte, sei die Finanzierung der zusätzlichen Maßnahmen möglich, diese werde nicht zu Lasten anderer Bereiche umgesetzt.

 

Die CORAX-Redaktion wird sich in den nächsten Ausgaben intensiver mit dem Koalitionsvertrag auseinandersetzen und berichten.

 

Den Koalitionsvertrag gibt es hier als Download.

 

Carsten Schöne

Redaktion CORAX – Magazin für Kinder- und Jugendarbeit